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Schwierige Denkmalsanierung

Kraftakt für Schloss Penzing: Wie ein Schlossherr sein Erbe retten will

Schloss Penzing benötigt eine umfangreiche Sanierung, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen. W
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Schloss Penzing benötigt eine umfangreiche Sanierung, um die Brandschutzauflagen zu erfüllen. W

Schloss Penzing ist das Wahrzeichen des kleinen gleichnamigen Orts, der zur Gemeinde Babensham gehört. Schlossherr Walter Erpf (63) hat 2002 das Anwesen geerbt und muss nun um dessen Erhalt kämpfen.

Babensham – Die unvermeidlichen Brandschutzmaßnahmen sind mit einem erheblichen Aufwand verbunden. Erpf rechnet mit 400.000 Euro Kosten, staatliche Förderung gebe es nur minimal. Unlängst hat sich der Gemeinderat mit dem Umbau beschäftigt. Das Gebäude wurde im 15. Jahrhundert im spätgotischen Stil errichtet und im 19. Jahrhundert umgestaltet.

Bauwerk hat sich abgesenkt

Der Schlossherr packt selber mit an.

Bei einer Führung für die Wasserburger Zeitung zählte Erpf die Punkte auf, die erledigt werden müssen. Auf der linken Seite soll ein Treppenturm als Teil des Hauptfluchtwegs entstehen, dazu muss ein Stück der alten Einfriedungsmauer aufgeschnitten werden. Die Rasenfläche davor hat Erpf mittlerweile gekauft. Auf zwei Stegen soll man im Brandfall das Hauptgebäude sicher verlassen können. Das Treppenhaus bleibt als Fluchtweg erhalten.

Der Treppenturm soll aus einem speziellen Stahl gefertigt werden, die Planung ist bereits erfolgt. „Wir werden, wenn alles gut läuft, das Fundament im Herbst legen können“, sagt Erpf. Zu den Brandschutzmaßnahmen kommen noch neue Fenster hinzu, rauchdichte Türen und eine moderne Brandmeldeanlage – Maßnahmen, die nicht verhandelbar sind, wenn das historische Gebäude wieder wie früher als Austragungsort für Feste dienen soll, wie Erpf betont.

Doch sicher ist trotzdem nicht, dass dort wieder wie früher Hochzeiten und Geburtstage gefeiert werden und Übernachtungen stattfinden können: Ins Obergeschoss ist vor Jahren bei einem schweren Sturm Wasser eingedrungen, einige Balken sind morsch und marode, zudem hat sich das ganze Bauwerk in eine Richtung abgesenkt. Es wäre eine Katastrophe, so Erpf, wenn Statiker und Brandschutzexperten nun den Daumen senken würden – also feststellen, dass das Gebäude einer Feuersbrunst nicht wenigstens eine halbe Stunde standhält. Dann hätte der Eigentümer viel Geld in den Sand gesetzt.

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Ab Mai 2022 wieder Veranstaltungen?

Erpf hat sich wesentlich mehr als nur den Brandschutz vorgenommen: Die Corona-Pause nutzte er, um Stockwerk für Stockwerk, Zimmer für Zimmer umfassend zu renovieren. Die Tapeten wurden entfernt, die Wände verputzt, Leitungen, Rohre und Steckdosen neu verlegt.

„Verzweiflung nützt ja nichts“

Der 63-Jährige ist trotzdem guten Mutes: „Verzweiflung nützt ja nix. Die Arbeiten müssen gemacht werden. Man muss schauen, dass man die Schwierigkeiten, die im Haus auftreten, in den Griff bekommt.“ Seit 18 Jahren kümmert sich der Musiker und Klavierlehrer zusammen mit seiner Frau, ebenfalls eine Musiklehrerin, um das Gebäude. Er weiß, was es heißt, es in Schuss zu halten und weitere Schäden zu verhindern. Auf keinen Fall will er riskieren, dass jemand im Schloss zu Schaden kommt. Erpf hofft, dass hier ab Mai 2022 wieder Veranstaltungen stattfinden können.

Konzert im Livestream

Als kleinen Vorgeschmack auf das, was er in Zukunft geplant hat, präsentiert Erpf am Sonntag, 19 Uhr, einen „musikalisch-literarischen Salon“. Das A-Capella-Quartett „Time for Tunes“ spielt in einem Livestream auf YouTube. Die Aufzeichnung des Konzerts findet im Haus hinter dem Schloss statt. Hier der Link:

https://www.youtube.com/channel/UCrcFj7bvVi4GIzthAi9byww

Die Musikerinnen und der Tontechniker freuen sich über Spenden auf das Paypalkonto: christianekaiser@t-online.de.

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