Sechs Millionen Besucher trinken über sieben Millionen Maß

Oktoberfestbilanz: Vergewaltigung und Partystimmung - zwei Seiten der Wiesn

+
Oktoberfest 2019
  • schließen

München - Nach 16 Tagen Ekstase und Euphorie neigte sich auf der Münchner Theresienwiese am Sonntagabend das 186. Oktoberfest zu Ende. Zeit für Polizei und Veranstalter eine Bilanz zu ziehen. 

Ähnlich wie im Vorjahr besuchten 6,3 Millionen Menschen das größte Volksfest der Welt, berichtet abendzeitung.de.  Besonders erfreulich sei laut Wiesnchef Clemens Baumgärtner (CSU), dass vor allem viele Kinder aber auch zahlreiche Senioren "60plus" das Oktoberfest 2019 bereicherten.

Indizien, welche die Familien-Wiesn-These stützen, sind der gesunkene Bierumsatz von 7,3 Millionen Maß (2018: 7,5 Millionen) und ein leichtes Plus in der Küche, schreibt az.de.

Und auch die Münchner Polizei zeigt sich mit den 16 Tage langen Ausnahmezustand durchaus zufrieden.

Mit vergleichendem Blick auf die Einsatzzahlen der Wiesn 2018, haben sich die Einsatzzahlen in diesem Jahr leicht erhöht. Der Anstieg dieser Zahl ist jedoch nicht automatsch mit einer Steigerung der Kriminalität oder Aggressivität gleichzusetzten, sondern zeigt vielmehr die hohe Bereitschaft in potentiellen Konfliktsituationen rechtzeitig die Polizei zu informieren, berichtet das Polizeipräsidium München.

Die Gesamtzahl der Straftaten blieb mit 914 (-1%) etwa auf dem Niveau des Vorjahres (2018: 924). Mit diesen Straftaten gingen 469 (2018: 409) Festnahmen einher.

Körperverletzung 

Im Bereich der Körperverletzungen zeigte sich eine leichte Steigerung um 2,7 Prozent auf 263 Gesamtdeliktsfälle (2018: 256). Das sei in erster Linie mit einer Steigerung der Delikte im Bereich der gefährlichen Körperverletzungen 78 (2018: 70), und den darin enthaltenen sogenannten Maßkrugschlägereien 32 (2018: 27) begründet.

Sexualdelikte 

Insgesamt wurden 45 (2018: 42) Sexualdelikte mit Bezug zum Oktoberfest registriert. Die Änderung im Sexualstrafrecht im Jahr 2016 umfasst nun alle Delikte mit sexuellem Hintergrund („Grapscher“, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung).

Insbesondere die Delikte rund um das sexuelle motivierte Berühren von vorwiegend weiblichen Wiesenbesuchern stellen den überwiegenden Anteil der Fälle dar. 

Drei äußerst schlimme Fälle

Am Freitag, den 4. Oktober, kam es auf dem Wiesngelände augenscheinlich zu einer Vergewaltigung. Eine 20-jährige Frau aus Hamburg sei auf der Toilette eines Festzeltes vergewaltigt worden.

Am zweiten Wiesnsonntag wurde eine Touristin aus Norwegen Opfer einer Vergewaltigung. Sie hatte den ihr unbekannten Mann nach dem Oktoberfestbesuch in einer Kneipe kennengelernt.

Ebenfalls am zweiten Sonntag wurde eine Touristin aus den USA auf dem Heimweg vom Oktoberfest von drei Männern hinter eine Hecke gezerrt. Die 30-Jährige kann sich an den Vorfall nicht erinnern.

Dennoch positives Fazit

Streifengänge durch zivile und uniformierte Einsatzkräfte und vor allem die gezielte Videoüberwachung konnten dazu beitragen, bereits sich abzeichnende Straftaten in diesem Deliktfeld rechtzeitig zu erkennen. 

Konsequentes und schnelles Einschreiten der Einsatzkräfte verhinderte schlimmere Taten. Das spiegelt sich in der hohen Zahl von 29 Täterfestnahmen wieder. In drei weiteren Fällen konnte durch zivile Einsatzkräfte ein sich anbahnendes Delikt beobachtet und die Fortsetzung verhindert werden.

Wiesn-Sanitätsdienst zufrieden

Auch die Aicher Ambulanz Union ist im zweiten Jahr mit den Verlauf des Wiesn-Sanitätsdienstes auf dem Münchner Oktoberfest sehr zufrieden.

Bis einschließlich Sonntag, 1:30 Uhr, versorgte die Aicher Ambulanz Union 6592 erkrankte Wiesn-Besucher. 

Im Vergleich zu 2018 (7.10.2018) ist dies ein Anstieg von 796 Patienten. Alkoholvergiftungen befinden sich mit 600 Fällen weiterhin an erster Stelle, dicht gefolgt von Traumata mit 551 Fällen.

mz/Polizeipräsidium München

Quelle: rosenheim24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT