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Schauspielerin Senta Auth im Interview

„Die CSU samt all ihrer Mandatsträger hat für mich ihre Glaubwürdigkeit verloren“

Bild von Senta Auth
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Auth: „Was in den letzten eineinhalb Jahren in der Corona-Krise durch die CSU und die bayerische Regierung passiert ist, ist schlichtweg unmenschlich und nahezu unerträglich.“

Es herrscht Unzufriedenheit in der CSU: Ausdruck dafür sind prominente Parteiaustritte, die medial für reichlich Aufsehen sorgten. Auch die bekannte Münchner Schauspielerin Senta Auth (46) kehrte der Partei den Rücken. Ihre Gründe legt sie im Gespräch mit rosenheim24.de dar. 

In der CSU gerät etwas ins Rutschen. Die Partei machte zuletzt in der Region mit prominenten Parteiaustritten von sich Reden. Immer wiederkehrender Kritikpunkt derer, die den Christlich-Sozialen den Rücken kehren: Die Partei verhalte sich arrogant und habe das Ohr – gerade auch in der Corona-Krise - nicht mehr an den Bürgern und Bürgerinnen. Droht die CSU ihrem selbsterhobenen Anspruch, DIE Kümmerer-Partei Bayerns zu sein, nicht mehr gerecht zu werden? 

Hier nachlesen: „Menschenverachtende, arrogante Politik“: Stephanie von Pfuel tritt nach 45 Jahren aus der CSU aus

Wir haben mit Senta Auth, einem weiteren bekannten ehemaligen Mitglied der CSU, über die Situation gesprochen.

Frau Auth, man kennt Sie in Bayern als Schauspielerin aus bekannten Serien und Filmproduktionen wie etwa „Dahoam is Dahoam“ oder „Die Rosenheim-Cops“, aber Sie haben auch eine politische Seite, waren seit 2016 auch aktives Mitglied der CSU. Warum sind Sie damals in die Partei eingetreten?

Senta Auth: Ich wollte mich aus verschiedenen Gründen politisch engagieren und fand die Standpunkte der CSU in vielerlei Hinsicht richtig und gut - auch im Hinblick auf den verfehlten Euro-Rettungskurs und die damals völlig aus dem Ruder gelaufene Migrationspolitik der Bundesregierung. Die CSU war eine der wenigen Parteien, die dem irrationalen Kurs der Bundeskanzlerin entgegentrat. Das hat sich mittlerweile ja auch geändert. Ich hätte mir damals sogar vorstellen können, selbst in die Politik zu gehen, um meine persönlichen Erfahrungen in vielen Bereichen einzubringen und Dinge verändern zu wollen. Gerade auch im sozialen Bereich, wenn es um die Stärkung alleinerziehender Mütter oder die soziale Benachteiligung von freiberuflichen Künstlern geht. Möglichkeiten hätte es gegeben. Heute bin ich froh, dass ich es nicht getan habe.

Hier nachlesen: Nach von Pfuel-Rücktritt: Tüßlinger CSU-Chef wird „CSU nicht wählen“

In den letzten Wochen mehrte sich in der Region interne Kritik an der Partei: Es kam zu prominenten Austritten, zuletzt kehrte die Tüßlinger Ex-Bürgermeisterin Stephanie von Pfuel der CSU den Rücken. Sie rechnet nach vielen Jahren schwer enttäuscht mit der Partei ab. Sie sind bereits vor etwa einem Jahr ausgetreten, aus denselben Gründen?

Senta Auth: Alle Gründe von Frau von Pfuel kann ich vollumfänglich unterschreiben. Was in den letzten eineinhalb Jahren in der Corona-Krise durch die CSU und die bayerische Regierung passiert ist, ist schlichtweg unmenschlich und nahezu unerträglich. Das hat mit Gesundheit und Schutz der Bevölkerung nichts mehr zu tun. Es fängt schon mit den FFP2-Masken an, die in keinem Bundesland außer Bayern obligatorisch sind, obwohl diese erwiesenermaßen nicht besser schützen, sondern sogar sehr gesundheitsschädlich sind und das Atmen noch mehr behindern.

Alles muss in Bayern noch härter, noch strenger sein aus reiner Profilierungssucht. Experten, die die Maßnahmen der Landesregierung hinterfragen und kritisieren, werden geschasst oder versetzt, wie Professor Christoph Lütge , ehemals Mitglied des bayerischen Ethikrates oder der Amtsarzt und frühere Leiter des Aichacher Gesundheitsamtes Dr. Friedrich Pürner. Das sind ungeheuerliche Vorgänge, die man bis dato nur aus totalitären Systemen kannte. Grundrechte werden mit Füßen getreten. Da werden ganz bewusst perfide Methoden angewandt, wie im geleakten Strategiepapier vom Bundesinnenministerium unter Horst Seehofer beschrieben, um die Menschen in Verunsicherung und Angst zu versetzen, um politische Ziele zu verfolgen. Und was man den schwer leidenden Kindern und Jugendlichen in den Schulen antut mit Masken-, Abstands- und Testterror etc. ist pure Kindesmisshandlung und nicht mehr hinzunehmen. Damit wurde eine rote Linie überschritten.

Von den wirtschaftlichen Schwerstschäden will ich gar nicht erst sprechen. Diese völlig irrationale Maßnahmenpolitik richtet mehr Schaden an, als das Virus selbst. Man tut sich in der Partei gerne mit markigen Sätzen hervor wie „Jedes Corona-Opfer ist eines zu viel, egal wie alt“. Aber die unzähligen Opfer der Maßnahmen - depressive Kinder, die völlig verdruckst sind und keine Lebensfreude haben, weil sie nicht miteinander spielen und frei atmen dürfen, Menschen, die sich aus Hoffnungslosigkeit und Existenznot das Leben nehmen etc. - interessiert niemanden dort. Das ist eine Bigotterie, mit der ich mich nicht identifizieren kann. Es wird auf Biegen und Brechen eine Impfstrategie durchgepeitscht mit einem Stoff, der höchst fragwürdig scheint und bis heute ja auch nur eine bedingte Notzulassung hat. Impfopfer mit schweren Schäden oder gar Todesfolge werden mehr oder weniger einfach ausgeblendet. Jetzt soll dieser Impfstoff dennoch wider aller Bedenken der Impfkommission und vieler Experten sogar an Kinder und Jugendliche verabreicht werden. Ich sage ganz deutlich: das halte ich für ein Verbrechen!

Im Laufe der letzten Jahre hatte ich viele hochrangige Entscheidungsträger in der CSU persönlich kennengelernt, sehr viele von ihnen als sympathische Menschen erlebt. Umso entsetzter bin ich, dass all diese Leute das alles mitmachen. Ich will mit meinem Namen und meinem Mitgliedsbeitrag diese menschenfeindliche und krankmachende Politik nicht mittragen. Deshalb mein Austritt. Und ich kann nur sagen, jeder in der Partei, der dies alles abnickt, aktiv oder stumm geschehen lässt, trägt ganz persönlich Mitverantwortung!

Hat man mit Ihnen damals über Ihren Austritt bzw. Ihre Kritik an der Partei gesprochen, gab es Wegbegleiter die Sie zurückholen wollten? Sie kannten Markus Söder ja schon vorher persönlich. Da wird man wohl das Gespräch gesucht haben?

Senta Auth: Mein Austritt ist sehr desinteressiert entgegengenommen worden. Von Seiten der Parteispitze kam auch niemand auf mich zu, um ein Gespräch zu suchen. Weder persönlich noch schriftlich. Ganz im Gegenteil, ich musste etliche Wochen nach meiner Kündigung nochmals um schriftliche Bestätigung meiner Kündigung bitten. Daraufhin kam lediglich ein gedrucktes Standardschreiben.

Wie sehen Sie die Zukunft der Partei? Wie stehen Sie zu Markus Söder, glauben Sie er kann die Partei souverän aus dieser Krise führen?

Senta Auth: Meines Erachtens ist das gesamte Parteiensystem in Deutschland am Ende. Vor allem die etablierten Altparteien. Ob SPD, CDU/CSU, Grüne... letztendlich sind die doch alle kaum mehr von einander zu unterscheiden. Markus Söder hätte die Gelegenheit gehabt, die Partei mit ihren ursprünglichen Werten in eine gute Richtung zu bringen. Diese Chance hat er nicht genutzt. Im Gegenteil: er hat sich gemein gemacht mit der Bundeskanzlerin und auch mit den Zielen der Grünen. Je nachdem, womit er möglicherweise bessere Umfragewerte bekommt. Das ist sicher auch eine Persönlichkeitsfrage.

Könnten Sie sich vorstellen jemals in die Partei zurückzukehren, womöglich nach einem Kurswechsel?

Senta Auth: Kurswechsel in der CSU gibt es ja nun permanent. Die Partei agiert mittlerweile wie ein Fähnchen im Wind, je nachdem, was gerade en vogue ist. Nein, der Zug ist abgefahren, damit habe ich abgeschlossen. Denn dafür müssten in der Partei komplett alle Köpfe ausgewechselt werden und ein Neubeginn stattfinden. Die CSU samt all ihrer Mandatsträger hat für mich ihre Glaubwürdigkeit verloren.

Frau Auth, wir danken für das Gespräch!

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