Vertragsverlängerung wird zur Schlammschlacht

Alaba reagiert auf „geldgierige“ Hoeneß-Attacke: „Aussagen haben mich verletzt“

David Alaba beim Training
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Bleibt David Alaba beim Triple-Sieger?

München - Wird der Vertragspoker von David Alaba zur Schlammschlacht? Nach der Attacke von Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß haben sich der Vater und der Berater des österreichischen Fußball-Nationalspielers sowie David Alaba selbst zu Wort gemeldet.

„Ich habe nicht damit gerechnet, dass der FC Bayern jetzt in der Öffentlichkeit schmutzige Lügen über Gehalts- und Provisionsforderungen streut“, sagte George Alaba am Montag dem TV-Sender Sky. „Zu behaupten, dass wir wegen einer solchen Zahlung bei Vertragsunterschrift nicht zu einer Einigung kommen, ist eine von diesen dreckigen Anschuldigungen. Und das alles nur, weil wir die von ihnen vorgelegten Zahlen nicht akzeptieren. Wir haben unsere eigenen Vorstellungen.“


Hoeneß bei Sport1: „geldgieriger Piranha“

Hoeneß hatte im Fußball-Talk „Doppelpass“ bei Sport1 den Berater Pini Zahavi als das größte Problem beim Poker um die Vertragsverlängerung des Spielers dargestellt. „Er hat einen geldgierigen Piranha als Berater“, sagte Hoeneß am Sonntag. So verlange der 77-Jährige für eine Unterschrift Alabas alleine für sich ein Honorar „im zweistelligen Millionenbereich“. Von Zahavi lasse sich insbesondere Alabas Vater beeinflussen, behauptete Hoeneß: „Es geht wirklich nur um Geld und sonst gar nichts“.


Des Weiteren erklärte Hoeneß, dass beim FC Bayern Torhüter Manuel Neuer und Stürmer Robert Lewandowski an der Spitze des Gehaltsgefüges stehen. Dieses sensible Gebilde könne man nicht einfach durcheinander bringen. Natürlich sei Alaba ein verdienter Spieler, aber auch er müsse sich einordnen können.

David Alaba reagiert

„Ich wünsche mir, dass meine vertragliche Situation nicht in der Öffentlichkeit geklärt wird“, zitiert bild.de den Spieler selber. „Daher haben mich ein paar Aussagen und Berichte der letzten Wochen verwundert und durchaus auch verletzt. Viele Dinge, die im Moment geschrieben und gesagt werden, stimmen einfach nicht und entsprechen nicht der Wahrheit.“

Alaba sprach aber auch über die gute Beziehung zum Champions-League-Sieger. „Dieser Klub ist für mich nicht irgendein Verein, er ist Zuhause, Familie und Heimat. Seit 12 Jahren trage ich das legendäre rote Trikot, und das habe ich jeden einzelnen Tag mit Hingabe, Stolz und Leidenschaft getan und tue das auch immer noch“, sagte er. Es sei normal, dass man sich mal streite, dennoch hätte er sich erhofft, dass das ganze innerhalb der „Familie“ bleibe. Des Weiteren sei er an einer zeitnahen Lösung interessiert.

Berater Zahavi kontert Hoeneß

Sein Berater Zahavi sagte zu den Anschuldigungen von Uli Hoeneß: „Ich habe zu keinem Zeitpunkt detailliert über eine etwaige Provisionszahlung mit den Bayern-Verantwortlichen gesprochen. Das einzige Mal, dass dieses Thema auf den Tisch kam, war bei unserem Treffen in Lissabon. Dort fragte mich Hasan Salihamidzic, wie ich mir das vorstellen würde. Ich sagte ihm, dass wir zunächst an einer Einigung mit dem Spieler arbeiten sollten, ich aber nicht mehr als das Übliche fordern werde.“

Alabas Vertrag beim Champions-League-Sieger läuft am 30. Juni 2021 aus. Er könnte dann ablösefrei wechseln. Laut Hoeneß wird über einen neuen Vier- oder Fünfjahresvertrag verhandelt.

Matthäus hat klare Meinung

Fußball-Rekord-Nationalspieler Lothar Matthäus hat mit Blick auf die Vertragsverhandlungen zwischen David Alaba und dem FC Bayern München wenig Verständnis für den Poker des Österreichers um mehr Geld. „Sollte es wirklich so sein, dass es ihm und seinem Berater nur noch darum geht, mehr Gehalt zu bekommen, wäre das in meinen Augen nicht die klügste Entscheidung“, schrieb der 59-Jährige in seiner Kolumne für den TV-Sender Sky. Auch er hätte zu seiner Zeit bei einigen Verträgen mehr Geld herausholen können. „Aber ich kann David versichern, dass es am Ende seiner Karriere nicht das sein wird, was ihn noch glücklicher macht.“

mz/dpa

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